Erste Erfahrungen mit dem Märklin IR Steuergerät
Montag, 11. Mai 2009 | Autor: admin
Mit den Herbstneuheiten 2008 hat Märklin die Startpackung Circus Mondolino (Nr. 29411) herausgebracht. Eine gute Idee, mit einem recht günstigen Startset mit dem Circus Thema Kinder zum kreativen Spielen anzuregen. Die Packung enthält neben den Gleisen, 2 Weichen und dem kleinen Zug Tiere, einen Dompteur und auch einen Bastelbogen für ein Zirkuszelt.
Mich hat an der Packung besonders das kabellose Infrarot Steuergerät interessiert. Da es über das Internet auch einzeln zu haben ist, habe ich es mir bestellt.

Das neue Märklin IR-Steuergerät
Wie man am Foto sieht, hat es ein sehr modernes Design und liegt den Kindern sicher gut in der Hand. Vorne befinden sich diese Tasten, von oben nach unten:
Lichtfunktion ein/aus
Nächste Reihe 4 Funktionstasten
Große Tasten links Geschwindigkeit reduzieren (-) / rechts Geschwindigkeit erhöhen (+)
Die unterste Taste hat die Funktionen Nothalt und Fahrtrichtungsumkehr.

Rückseite des Gerätes
Auf der Rückseite befindet sich ein Schiebeschalter, auf dem man eine der vom Delta-System her bekannten 4 Adressen einstellen kann. Von oben nach unten: 78, 72, 60, 24.
Hat man zwei Loks mit gleicher Adresse, kann man einer Lok eine andere Adresse zuordnen (einzeln aufs Gleis stellen, Trafo aus, neue Adresse wählen, große Taste drücken, Trafo ein, Genaueres siehe Anleitung). Ähnlich wie bei den Loks mit MFX-Decodern, sofern die Lok moderner Bauart ist.
Zum IR-Steuergerät gehören noch ein Trafo 230 V/18 VA und eine Basisstation, die auch als Anschlussbox an das C-Gleis dient. In dieser befindet sich die IR-Empfängerdiode.
Die Bedienungsanleitung erhalten Sie hier
http://medienpdb.maerklin.de/product_files/1/pdf/29411_tech.pdf
als pdf-Datei. Dazu muss der Link in die Adresszeile des Browsers kopiert werden.
Test
Ich habe das Gerät mit Loks mit einfachen Deltadecodern getestet. Diese haben keine schaltbare Lichtfunktion, sie ist geschwindigkeitsabhängig immer ein. Die Funktion sollte aber mit der Lok aus der Packung funktionieren.
Die vier Funktionstasten konnte ich nicht testen. Das ist eine interessante Sache, wenn damit tatsächlich die weiteren Funktionen F1 bis F4 bei entsprechend ausgestatteten Lok zu schalten sein sollten. Gemäß Produktinfo hat die Lok auch nur das digital schaltbare Spitzenlicht.
Ich nehme an, dass das Design so gestaltet ist, dass das Gerät mit einer Hand. links oder rechts zu bedienen sein soll. Für meinen Daumen liegen die oberen äußeren Tasten zu nah an den mittleren Tasten, sodass ich meist auf beide gleichzeitig drücke. Das wird noch durch die “coole” beidseitige Senke unterstützt.
Und ab den nächsten Tasten wurde es für mich sehr gewöhnungsbedürftig.
Will man die Geschwindigkeit erhöhen kann man die + Taste dauernd drücken, dann setzt sich die Lok irgendwann in Bewegung und erreicht irgendwann die Endgeschwindigkeit. Solange möchte man in der Regel nicht warten, also tastet man die Geschwindigkeit hoch. Die Anzahl der notwendigen Tastendrücke z.B. für eine mittlere Geschwindigkeit ist nicht immer dieselbe. So etwa 6 Tastendrücke waren notwendig, bis die Lok einigermaßen in Fahrt kam. Bis zur max. Geschwindigkeit waren es etwa 14.
Bei der - Taste war die Bremsverzögerung bei Dauerdruck besser nachzuvollziehen. Sicherer ist aber auch hier das mehrfache Tasten, bis die Lok steht.
Das heißt, man ist während Beschleunigen und Bremsen ständig am rumtasten.
Daran werde ich mich sicher nicht gewöhnen, ich bin eben kein leidenschaftlicher Computerspieler. Kinder dieser Zeit mögen dass vielleicht eher hinnehmen. Aber der alte Drehregler an den Trafos und auch an den anderen Digitalgeräten bietet meines Erachtens ein nachvollziehbareres Handling.
Die kombinierte Richtungstaste/Stopptaste ist auch merkwürdig. Manchmal hat die Lok nach einfacher Betätigung aus der Fahrt heraus gestoppt und dann die Richtung geändert, manchmal war ein zweiter Druck nötig.
Andererseits möchte man ja auch nicht bei jedem Notstop einen Richtungswechsel.
Was ich zuerst dachte, dass es eine Art Kippschalter ist und entsprechend den eingeprägten Pfeilen die Richtung ändert, trifft wohl nicht zu.
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Edit 07.08.09 - nach nochmaligen Tests:
Die Taste ist tatsächlich eine Kombi-Taste. In der Mitte drücken = Stop
Dann links oder rechts drücken = Richtungswechsel.
Die Taste reagiert aber so schwammig, dass nicht jedes Drücken zum Richtungswechsel führt. Mit diesem unzuverlässigen Verhalten werde ich mich niemals anfreunden.
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Vielleicht reagiert aber auch hier der modernere Decoder in der Lok aus der Packung sensibler/eindeutiger.
Hält man die Fernbedienung nicht in Richtung der Empfangsdiode, sondern verfolgt naheliegender Weise die Lok, werden die Steuerbefehle oft nicht übertragen. Das hängt stark von dem Winkel ab, in dem die Fernbedienung zur Anschlussbox ausgerichtet ist.
Es ist einfach das Verhalten der Infrarotfernbedienung, wie man es auch vom Fernseher her kennt.
Im schlechtesten Fall, in einer Streßsituation kurz vor einem Zusammenstoß gibt es kein Signal an die Anschlussbox, da man die Fernbedienung zu weit weg von der Anschlussbox gehalten hat. Dann kracht es.
Noch etwas zum Trafo: lt. Bedienungsanleitung ist er ausgelegt für einen Strombedarf von 400 mA am Gleis.
Das ist schon ganz schön am unteren Limit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass damit vier Kinder mit vier Loks gleichzeitig spielen können. Bei mir, 1 Person/1 Lok, ging es schon, auch mit ein paar beleuchteten Wagen.
Der Trafo hat übrigens keine weiteren Anschlüsse. Man kann also keine Weichen via Tastenpulten daran anschließen. Dafür ist ein extra Trafo, z.B. der Märklin 6647 oder 6002, erforderlich.
Und dann gibt es noch die automatische Abschaltung der Gleisspannung nach 3 Minuten ohne Betrieb, lt. Bedienungsanleitung aus Sicherheitsgünden. Vielleicht auch, um die Batterien im Steuergerät zu schonen. Diese liegen übrigens der Packung nicht bei (2x Typ AAA, Micro).
Nach 3 Minuten gehen also die Lichter in den beleuchteten Wagen aus, wenn nicht gerade eine Lok fährt.
Informationen darüber, ob z.B. vier Kinder mit vier Steuergeräten vier Loks steuern können, enthält die Bedienungsanleitung nicht.
Auffällig ist, dass auf der Märklin Homepage die Infos zu diesem Gerät sehr dürftig sind. Es wird nicht unter der Rubrik Modellbahnsteuerungen erwähnt, sondern nur kurz bei den Startpackungen.
Edit 16.11.2010: Laut diesem Erfahrungsbericht können vier IR-Steuergeräte parallel zur Steuerung von vier Loks verwendet werden! Alle Geräte senden auf die gleiche Anschlussbox.
Abgerundet wird das Ganze durch die Leistungsverstärkung mit dem Delta Control als Booster.
Mein Fazit
dieses Steuergerät ist für mich nicht geeignet, die ständige Tasterei nervt und die Funktionen sind nicht verlässlich genug. Da bin ich anderes von der CU 6021, der Delta-Station und den anderen Deltageräten bei der Ansteuerung der Delta-Decoder gewöhnt.
Tip: Wer vorerst mit vier Loks auskommt und auf die kabellose Bedienung verzichten kann, ist meines Erachtens wesentlich besser mit der Kombination Delta Control f Nr. 66045 plus Trafo 6647 oder 6002 bedient.
An das Delta Control kann sogar ein Handregler Delta Pilot angeschlossen werden, der eine weitere Lok über die Adresse 80 steuern kann (ideal also z.B. für eine Rangierlok).
Eine Alternative neuerer Art ist natürlich auch die Mobile Station mit der Möglichkeit, 10 Loks zu steuern. Hier gibt es aber auch Einiges zu beachten (zweierlei Leistungsklassen, keine Weichenschaltung), was an einigen Stellen im Netz. z.B. in Stummis Forum, besprochen wird.
Zurück zum IR-Steuergerät: Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Märklin hier aus Marketinggründen dieses Gerät als Ersatz für die Deltageräte auf den Markt geworfen hat, um mit dem Argument Fernbedienung im modernen Design zu punkten. Und das alles im Rahmen eines günstigen Preises für die Startpackung.
Ich halte es für nicht ausgereift, für die nächste Version sollte man zumindest über einen einfachen Drehregler mit dem bekannten Umschaltpunkt nachdenken.
Low Cost Wer sich trotzdem damit anfreunden kann: im Internet gibt es bereits eine Umbauanleitung, wie man das IR-Steuergerät auf ein Delta-Gerät aufschaltet und damit mehr Leistung zur Verfügung hat.
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Edit 07.08.09: da ich diese Umbauanleitung nicht mehr fand, habe ich es selbst ausprobiert. Hier ist der Bericht dazu.
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Damit könnte man bei Beschaffung der Komponenten über das Internet (die Delta-Geräte werden einem an bekannter Stelle fast hinterhergeworfen) recht günstig zu einer IR-Fernbedienung für 4 Adressen kommen.
Low Cost Außerdem nur mal so als Idee:
wie wäre es, die Basisstation nicht an das Gleis anzuschließen, sondern an einen eigenständigen Digitalkreis, der verschiedene Funktionsmodelle steuert, die mit Decodern für Motor und die Funktionen F1 bis F4 ausgerüstet sind. Z.B. eine Bergbahn, eine Verladestelle, ein Kran usw.
Als Verbesserung könnte man je Funktionsmodell eine Empfängereinheit (ist wenig drin in der Basisstation) in der Modelleisenbahn-Landschaft platzieren, die Fernbedienung darauf richten und es schalten. Durch den Schalter auf der Rückseite sind ja vier Adressen möglich.
Andererseits: Strom muss auch noch an die Funktionsmodelle per Kabel gebracht werden, da kann man diese auch an das normale Digitalsystem anschließen. Hhmm …
Bleibt trotzdem der Pluspunkt für den Vorschlag, dass weitere Mitspieler die Funktionsmodelle autark steuern können.
PS: das IR-Steuergerät gibt es auch in der Neuheit 2009 Startpackung Mein Start mit Märklin Nr. 29161.
“Märklin” ist ein eingetragenes Warenzeichen der Fa. Märklin & Cie GmbH.





Montag, 3. August 2009
“im Internet gibt es bereits eine Umbauanleitung, wie man das IR-Steuergerät auf ein Delta-Gerät aufschaltet und damit mehr Leistung zur Verfügung hat”
Würde dankbar sein wenn es ein URL dazu gibt.
Nico Veltman
Niederlánde
Mittwoch, 5. August 2009
Hallo Nico,
jetzt habe ich mindestens eine Stunde im Netz die betreffende Site mit dem Booster für das IR-Steuergerät gesucht, auch in meinen vielen Bookmarks, aber die Seite leider nicht wieder gefunden. Ich erinnere mich nur ungefähr an Folgendes:
Die Anschlussbox wurde geöffnet, die Platine mit der IR-Empfangsdiode und der Digitalelektronik wurde in das Delta Control integriert, das Digitalsignal wurde direkt an die Delta Control übergeben (wie bei den Booster Lösungen, nur eben innen an die Anschlüsse, beim Delta Control die zwei grauen Buchsen gebrückt),
das mickrige Leistungsteil in der Anschlussbox wurde also nicht mehr benötigt.Edit 06.08.09: Das bleibt alles unberührt. Genutzt wird das vom Leistungsteil abgehende Signal.
Die Empfängerdiode wurde direkt auf das Delta Control montiert. Es war meines Wissens noch das 6604 in der weißen Ausführung, also nicht das Delta Control f.
Die Lokauswahl am Delta Control wird nicht genutzt. Die muss ja für den Booster Betrieb auf der rechten Stop-Taste stehen. Die Lokauswahl geschieht weiterhin über die IR-Fernbedienung.
Ob die Versorgung der Digitalelektronik und der Empfängerdiode auch auf das Delta Control umgestellt wurde, weiß ich nicht mehr genau, glaube aber eher nicht (wie eben auch bei den anderen Booster Lösungen, wo weiterhin die Zentralen ihre eigene Stromversorgung haben).
Hhmm, zum Nachbau wird das nicht ganz reichen. Vielleicht kennt jemand den Link?
Viele Grüße
Jürgen
Nachtrag 06.08.09:
Das Thema lies mich nicht ruhen. Im Netz ist nichts dazu zu finden. Also habe ich es ausprobiert. Hier ist der neue Artikel dazu.
Freitag, 19. März 2010
Sendetest . IR Steurung läst sich durch verschiedene
Tastenkombination ausschalten , leider die Kombination nicht mehr herausgefunden , gibt esähnliche Erfolge ?
Zufällig beim versiedenen Dekoder -Programieren gefunden.
Herzlichen Gruß Gerald